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Polarlichter fotografieren - mit diesen Tipps gelingt dir dein Foto

Immer häufiger bekommen auch wir südlich des Nordpolarkreises die Polarlichter zu Gesicht. Erst kürzlich, am 10. Mai 2024, waren die Sonnenstürme besonders stark und der Nachthimmel über Deutschland leuchtete in bunten Farben. Ich hatte leider keine Gelegenheit die Lichter zu fotografieren an diesem Tag. Aber beim nächsten Mal! Und damit Du beim nächsten Mal auch die Lichter einfangen kannst, gebe ich dir ein paar nützliche Tipps. Auf Island konnte ich bereits Erfahrungen sammeln und diese gebe ich gerne weiter.


Polarlichter in Island
Island - 17mm - f/2.8 - 4,0sek - ISO800

Mit diesen 10 Tipps zum perfekten Polarlicht Foto.


  • Kamera: Du kannst auch dein Smartphone nehmen - jedoch sollte dieses über eine Art Nachtmodus verfügen. Aktuelle Modelle sollten das aber können, mein iPhone 15 zum Beispiel kann bei Dunkelheit bis zu 3 Sekunden lang belichten. Wenn du mehr über Fotografie lernen willst, dann schau gerne hier bei meinen anderen Beiträgen vorbei.

  • Objektiv: Hier empfehle ich ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv. Je größer die Blendenöffnung, desto besser! Für Nachtfotos, sowohl für Polarlichter, als auch für die Milchstraße, verwende ich das Tamron 17-28mm f/2.8. Das erlaubt mir einen ziemlich weitläufigen Bildausschnitt und die weite Blendenöffnung lässt viel Licht auf den Sensor. Dadurch kann ich meine ISO-Werte gering halten.

  • Stativ: Achte darauf, dass dein Stativ stabil steht. Wind und Vibrationen im Boden lassen das Bild sonst leicht verwackeln.

  • Fernauslöser: Damit du den Auslöseknopf nicht betätigen musst und so möglicherweise an der Kamera wackelst, solltest du die Kamera per Fernauslöser betätigen. Alternativ kannst du auch einen Timer benutzen.

Fokus Anzeige auf einem Objektiv von Sigma
Fokusdistanz kurz vor unendlich
  • Manuell fokussieren: In völliger Dunkelheit ist es nicht nur für das menschliche Auge schwierig etwas zu erkennen. Auch die Kamera kann deshalb nicht im Autofokus-Modus verwendet werden. Schalte in den manuellen Fokussiermodus um und fokussiere auf "fast" unendlich. Ich fokussiere auf unendlich und drehe den Fokussierring dann ein kleines bisschen zurück. Das Live-Bild kann dabei hilfreich sein. Achte auf die Sterne am Himmel - sie sind am kleinsten wenn sie im Fokus liegen!



  • Manueller Modus: Für viele Fotografie-Anfänger ist der manuelle Modus ein rotes Tuch. Doch das muss es gar nicht! Bei intensiven Polarlichtern, kannst du deine Belichtungszeit kürzer wählen. Setze deine Belichtungszeit zwischen 2 und 6 Sekunden (testweise auch mal mehr oder weniger), deine Blendenzahl so gering es geht und die ISO-Werte zwischen 800 und 3200. Mehr brauchst du nicht! Achte allerdings darauf, dass du nicht zu lang belichtest, sonst verschwimmen die Lichter nur (siehe Bild unten). Dann verdopple lieber die ISO-Werte und verkürze deine Verschlusszeit. Beispiel: F/4 - 5Sek - ISO3200

  • Suche dir einen Ort mit wenig Lichtverschmutzung: Große Städte strahlen viel Licht ab. Dadurch verpasst man die Schönheit des Sternenhimmels. Auch die Intensität der Polarlichter wird dadurch abgeschwächt. Suche dir einen Ort in der Natur, der außerhalb von großen Städten liegt. Die Lichtverschmutzungskarte kann dir dabei helfen. Es ist außerdem von Vorteil, von einer erhöhten Position zum Beispiel in ein Tal hinein, zu schauen.

  • Planung: Die schönsten Polarlichter bleiben uns verborgen, wenn eine dichte Wolkendecke sie versteckt. Achte also auf die Wettervorhersage. Ebenfalls kannst du die Sonnenaktivität vorhersagen lassen. Ich nutze die gratis App "Polarlicht". Diese trackt deinen Standort und sagt dir die Sonnenaktivität voraus. Dadurch errechnet sich eine Wahrscheinlichkeit, ob du an deinem Standort Polarlichter sehen kannst, oder nicht. Aber selbst wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist - das ist keine Garantie, dass es auch klappt.

  • Nachtlicht: Damit du in der Dunkelheit auch heile an deinen Spot kommst, empfehle ich eine Leuchte, die Rotlicht hat. Auf das rote Licht reagieren die Augen anders und wir müssen uns nicht erst wieder neu an die Dunkelheit gewöhnen.

  • Voreinstellung: Wenn du mit der Kamera nicht so vertraut bist und sie nicht blind bedienen kannst, dann kannst du bequem zu Hause schon die Voreinstellungen machen, damit du unter dem Polarlicht Himmel direkt loslegen kannst.


Polarlichter in Island
Island - 17mm - f/2.8 - 13,0sek - ISO3200
Polarlichter in Island
Island - 17mm - f/2.8 - 6,0sek - ISO400



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Bis zum nächsten Mal,

Joris

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