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Wildcampen in Skandinavien - Tipps für das perfekte Outdoor Abenteuer

Der Sommerurlaub steht kurz bevor und du willst zum ersten Mal die gewaltigen Fjorde, endlosen Wälder und stillen Seen von Skandinavien erkunden. Und jetzt stell dir vor, dass es erlaubt ist, einfach so mitten in der Natur zu campen. Näher kommst du der Wildnis kaum – und weiter raus aus deiner Komfortzone vermutlich auch nicht.

Genau diese Mischung aus Freiheit, Einfachheit und Naturverbundenheit macht das Wildcampen in Skandinavien so besonders. Damit dein Abenteuer nicht im Chaos endet, sondern zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, findest du hier die wichtigsten Tipps für verantwortungsvolles und entspanntes Wildcampen in Skandinavien.

Ein Mann steht bei Sonnenaufgang neben seinem Zelt in der Natur
Zeltlager am Preikestolen in Norwegen


Inhalt


Ein echter Geheimtipp ist das Zelten am Preikestolen.

1. Das Jedermannsrecht verstehen

Einer der größten Vorteile beim Wildcampen in Skandinavien ist das sogenannte Jedermannsrecht. Es erlaubt dir in Ländern wie Schweden, Norwegen und Finnland, dich frei in der Natur zu bewegen und für eine Nacht zu zelten. Doch es gibt ein paar Regeln.

Das bedeutet konkret:

  • Kein Campen auf privatem Grund oder Feldern

  • Mindestens 150–200 m Abstand zu Wohnhäusern

  • Maximal 1 Nacht am selben Ort

  • Keine Schäden an Natur oder Eigentum

Wer diese Regeln beachtet, wird in Skandinavien selten Probleme bekommen.


2. Die richtige Ausrüstung für das Wildcampen in Skandinavien

Beim Wildcampen zählt kein Luxus, sondern Funktionalität und Zuverlässigkeit. Deine Ausrüstung sollte leicht, wetterfest und pragmatisch sein. Hier habe ich detailliert zusammengefasst, was ich beim Trekking auf dem Kungsleden dabei hatte: Ausrüstung

Unverzichtbar sind:

  • Ein stabiles, regenfestes Zelt

  • Isomatte mit guter Isolation

  • Schlafsack passend zur Jahreszeit

  • Gaskocher statt offenem Feuer

  • Stirnlampe (auch im Sommer sinnvoll)

Gerade in Skandinavien kann das Wetter schnell umschlagen – Qualität zahlt sich hier aus.


3. Plane genügend Zeit ein

Wie sagt man so schön: Das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Das gilt fürs Draußensein meiner Meinung nach ganz besonders! Plane bewusst Pufferzeiten ein, um:

  • geeignete Zeltplätze zu finden

  • auf Wetterumschwünge zu reagieren

  • einfach mal einen Ort wirken zu lassen

  • dich ausreichend zu erholen

Oft entstehen die schönsten Momente genau dann, wenn man nicht weiter muss.


Camper richten gerade ihr Zeltlager in der wilden Natur ein.
Unser Zeltlager in Lappland
Ich war auf dem berühmtesten Fernwanderweg in Lappland

4. Der richtige Zeltplatz

Ein guter Zeltplatz entscheidet über eine ruhige Nacht oder schlaflose Stunden.

Achte auf:

  • leicht erhöhte Stellen (kein Wasserlauf bei Regen)

  • Windschutz durch Bäume oder Felsen

  • ebenen Untergrund - möglichst wenig Steine oder Wurzeln

  • Abstand zu Seen mit vielen Mücken

Extra-Tipp: Moosiger Waldboden ist oft bequemer als jede Isomatte.


5. Wetterbedingungen richtig einschätzen

Das skandinavische Wetter ist unberechenbar – selbst im Hochsommer.

Informiere dich über:

  • Windstärke

  • Niederschlag

  • Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht

Ein sonniger Abend kann schnell in eine stürmische Nacht übergehen. Dein Zelt sollte das abkönnen – und du auch.


Ein beleuchtetes Zelt in der wilden Natur unter klarem Sternenhimmel
Ende August, Temperaturen um den Gefrierpunkt

6. Mückenschutz nicht unterschätzen

Ein Thema, das viele unterschätzen – bis es zu spät ist. Gerade in Seenähe und im Wald können Mücken zur echten Belastung werden.

Bewährt haben sich:

  • Mückenspray auf chemischer Basis

  • langärmlige Kleidung

  • Kopfnetz für den Abend

  • Rauch vom Kocher oder Feuer (hilft erstaunlich gut)

Ohne Schutz kann Romantik sehr schnell kippen und du steigerst dich möglicherweise in eine Rage. Es soll doch nicht dein letzter Skandinavien Trip werden.


7. Lagerfeuer – aber nur an erlaubten Stellen

So schön ein Lagerfeuer auch ist:In Skandinavien gelten strenge Regeln, besonders bei Trockenheit.

Wichtig:

  • Nur an offiziellen Feuerstellen

  • Kein Feuer bei Waldbrandgefahr

  • Feuer immer vollständig löschen

  • Alternativ: Gaskocher nutzen

Viele Plätze bieten bereits vorbereitete Feuerstellen – nutze sie. Du erkennst sie an kreisförmig gestapelten Steinen.

Bonustipp: Um das Feuer leichter zu entzünden - falls du keine Grillanzünder dabei hast - packe eine Stabkerze ein, damit kannst du das Feuer einfach entfachen.


Eine Feuerstelle an einem Fjord in Norwegen.
Feuerstelle am Fjord in Norwegen

8. Abstand zu Menschen halten

Nicht, weil wir uns verstecken vor ihnen. Wildcampen bedeutet Rückzug, nicht Störung. Halte ausreichend Abstand zu:

  • Häusern

  • Straßen

  • beliebten Aussichtspunkten

Je unscheinbarer dein Camp, desto entspannter wird deine Nacht – und die der anderen.


9. Hinterlasse keinen Müll (Leave No Trace)

Eine der wichtigsten Regeln überhaupt: Verlasse den Ort so, als wärst du nie dort gewesen.

Das heißt:

  • Müll wieder mitnehmen

  • Essensreste nicht vergraben

  • Keine Spuren im Boden hinterlassen

Gerade weil Wildcampen erlaubt ist, liegt die Verantwortung bei uns allen. Nicht umsonst ist es in vielen Ländern verboten, weil sich leider einige Menschen nicht daran halten und somit die kostbare Natur zerstören.


10. Sicherheit & Respekt gegenüber der Natur

Die Natur Skandinaviens ist wunderschön – aber auch rau.

Denke an:

  • ausreichend Wasser - je nachdem wie abgeschieden du gerade bist, ist das Wasser aus den Flüssen aber auch trinkbar. Notfalls nimm Entkeimungstabletten (Mikropur) oder einen Wasserfilter mit

  • Offline-Karten - einfach bei GoogleMaps den Ausschnitt herunterladen.

  • Notfallkontakte

  • Respekt vor Tieren

Du bist Gast in dieser Landschaft – und genau das macht den Reiz aus.

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Fazit

Wildcampen in Skandinavien ist eine der ursprünglichsten Arten zu reisen. Mit der richtigen Vorbereitung, Respekt und etwas Achtsamkeit wird dein Trip nicht nur legal, sondern auch tief erfüllend.

Wenn du einmal allein mit deinem Zelt am See aufwachst, wirst du verstehen, warum viele immer wieder zurückkehren.


Was würdest du noch ergänzen? Schreib es gerne in die Kommentare und hinterlasse ein Gefällt-Mir, wenn dir der Beitrag gefallen hat.


Bis zum nächsten Mal,

Joris





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