Japanische Kultur verstehen - diese Verhaltensregeln solltest du unbedingt kennen
- jorismachholz

- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Wir alle lieben die japanische Kultur. Von außen betrachtet wirken die Menschen in Japan höflich, zuvorkommend, respektvoll, sauber und unglaublich organisiert. Man könnte problemlos noch dutzende weitere Begriffe aufzählen.
Damit du nach deiner Japan Reise genauso positiv berichten kannst, solltest du ein paar grundlegende Verhaltensregeln in Japan kennen und beachten. Viele davon sollten selbstverständlich sein – leider kommt es trotzdem immer wieder vor, dass sich Reisende respektlos verhalten.
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Diese Verhaltensregeln gelten für Japan:
Ruhe & Respekt im öffentlichen Raum
Schlange stehen, Rolltreppen-Regeln
Trinkgeld (Spoiler: nein)
Essen unterwegs
Tempel- & Schrein-Etikette
Tattoos & Onsen
Müll, Rauchen & Ordnung
In meinem Japan-Guide gehe ich darauf ein, wie ich es vor Ort selbst erlebt habe
Ruhe und Respekt im öffentlichen Raum:
Ich erinnere mich an eine Fahrt mit der U-Bahn, bei der es so ruhig war, dass man mein Flüstern gehört hätte. Abgesehen vom metallenen Klirren der Gleise herrschte eine fast schon meditative Stille.
In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt: nicht telefonieren, nicht laut sein. Natürlich darfst du dich leise unterhalten, aber Gespräche bleiben dezent. Viele Mitfahrende beschäftigen sich eh mit ihrem Smartphone, lesen Manga oder schauen Anime – Kopfhörer gehören dabei zum guten Ton.
Diese Rücksichtnahme wirkt anfangs ungewohnt, fühlt sich aber schnell sehr angenehm an.
Schlange stehen, Rolltreppen-Regeln:
Davon kann sich der Rest der Welt wirklich eine dicke Scheibe abschneiden.
Schlange stehen funktioniert in Japan nahezu perfekt. Egal ob Bus, Bahn, Shop oder Café – alle stellen sich ordentlich hintereinander an. An Bahnhöfen stehen die Menschen sogar exakt dort, wo sich später die Türen öffnen. Niemand drängelt, niemand schiebt.
Und mal ehrlich: Was bringt es überhaupt? Der Bus fährt dadurch auch nicht schneller.
Rolltreppen
Rolltreppen sind grundsätzlich zweigeteilt:
eine Seite zum Stehen
eine Seite zum Gehen
Welche Seite das ist, variiert regional. Ich habe sowohl „links stehen, rechts gehen“ als auch das genaue Gegenteil gesehen. Deshalb gilt: auf die Beschilderung achten – oder einfach schauen, was die Einheimischen machen.
Trinkgeld - absolutes No-Go:
Kurz und klar: Trinkgeld geben gilt in Japan als unhöflich.
Selbst gut gemeinte Beträge können zu Verwirrung oder unangenehmen Situationen führen. Service gehört dort einfach dazu – ohne Erwartung einer zusätzlichen Belohnung.
Was stattdessen sehr geschätzt wird: kleine Aufmerksamkeiten aus der Heimat. Eine Bekannte hat mir den Tipp gegeben, beim nächsten Besuch dem Hotelpersonal z. B. deutsche Süßigkeiten mitzubringen. Darüber freut man sich ehrlich – und es bleibt im kulturell passenden Rahmen.
Essen unterwegs - wann es okay ist (und wann nicht):
Essen hat in Japan einen hohen Stellenwert – und das zeigt sich auch im Verhalten.
Grundsätzlich gilt: Essen im Gehen wird eher vermieden. Besonders in Bahnen, Bussen oder auf belebten Gehwegen ist es unüblich, Snacks zu verzehren. Stattdessen isst man:
direkt am Verkaufsstand
auf dafür vorgesehenen Sitzplätzen
oder ganz in Ruhe zu Hause bzw. im Hotel
Ausnahmen bestätigen die Regel: Auf Festivals, Märkten oder bei Streetfood-Ständen ist Essen unterwegs völlig normal. Dort gehört es sogar zur Atmosphäre.
Ein kleiner Tipp: Wenn du unsicher bist, schau dich kurz um – die Einheimischen machen es dir vor.
Tempel- und Schrein-Etikette:
Tempel und Schreine sind keine reinen Sehenswürdigkeiten, sondern spirituelle Orte. Entsprechend respektvoll solltest du dich dort verhalten.
Wichtige Grundregeln:
ruhig sprechen
nicht telefonieren
nichts anfassen, was nicht dafür vorgesehen ist
auf Schilder achten
Vor vielen Schreinen reinigt man sich Hände und Mund an einem Wasserbecken – das gehört zur Tradition. Fotografieren ist oft erlaubt, aber nicht überall. Innenräume sind häufig tabu. Häufig finden Zeremonien statt - beobachte sie, aber störe nicht.
Faustregel: Du bist Gast an einem heiligen Ort – verhalte dich auch so.

Tattoos & Onsen:
Beim Besuch eines Onsen bekommst du meist eine kurze Einweisung. Ich musste sogar ein Formular unterschreiben, dass ich mich an die Hausregeln halte.
Onsen haben eine lange Tradition, und diese Regeln sind strikt:
Yukata (leichte Robe) statt Straßenkleidung
gründliches Waschen vor dem Baden
Becken sind textilfrei
getrennte Bereiche für Frauen und Männer
Tattoos
Hast du Tattoos, ist der Zugang zu öffentlichen Onsen oft nicht erlaubt. Der Hintergrund ist kulturell: Tätowierungen wurden lange mit der Yakuza in Verbindung gebracht.
Die gute Nachricht:
Es gibt private Onsen
Viele Ryokans bieten tattoo-freundliche Badeoptionen
Dort kannst du das heiße Vulkanwasser auch mit Tattoos genießen – oft ganz privat.
Und auch hier gilt: Ein Onsen ist ein Ort der Ruhe. Gespräche bleiben leise, der Fokus liegt auf Entspannung.
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Müll, Rauchen & Ordnung:
Eine bekannte Besonderheit: Es gibt kaum öffentliche Mülleimer.
Das bedeutet:
Müll wieder mitnehmen
alternativ in Supermärkten entsorgen (z. B. FamilyMart, 7-Eleven, Lawson)
viele Bahnhöfe haben ebenfalls Mülleimer
Rauchen ist streng geregelt. Erlaubt ist es:
in klar gekennzeichneten Raucherzonen
in speziellen Raucherkabinen
in manchen Bars (innen oder draußen)
Außerhalb dieser Bereiche zu rauchen, ist ungern gesehen – und teilweise strafbar.
Ich hoffe, dieser Beitrag hat dir ein bisschen mehr über die japanische Kultur beigebracht. Schau dir auch meine anderen Reiseberichte an - vielleicht findest du ja noch etwas Inspiration.
Bis zum nächsten Mal,
Joris
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